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21.10.13 08:52 Alter: 7 Jahre

Unglückliche Düwels bieten Tabellenführer die Stirn

 

Knappe Niederlage gegen DHK Flensburg

 

Wenn eine Handballmannschaft mit einem Tor Differenz verliert, kann man die Situationen, die die Niederlage bewirkten, ganz nach Verlangen hervorholen. “Wir haben Fehler gemacht, Dithmarschen hat Fehler gemacht, die Schiedsrichter haben auch Fehler gemacht”, sagte Matthias Hahn, Trainer des verlustpunktfreien Oberliga-Spitzenreiters DHK Flensburg, der in Pahlen gegen Dithmarschen Leistungshandball mit 29:28 (13:16) gewann. Einem Gewinner fällt so ein Satz leichter als dem Verlierer, der vor allem, und nicht ganz zu Unrecht, mit dem Schiedsrichtergespann haderte.

 

Die Herren Bruse/Engel agierten alles andere als souverän. Damit sind allerdings nicht die Roten Karten gegen die Düwels-Spieler Magnus Hannemann (nach einer Aktion, die man im Fußball eine Notbremse nennen würde) und Steffen Kobs (nach 3 x 2 Minuten) gemeint. Es war aber auch die konfuse Vorstellung der Schiedsrichter, die das Spiel der Düwels in Unruhe versetzte. Das ging gleich nach der ersten Hälfte los, die Philipp Henrich mit einem direkt verwandelten Freiwurf zum 16:13 der Heimmannschaft beendet hatte.

 

Mit einer Manndeckung gegen Reiner Kobs und Philipp Henrich startete der DHK Flensburg die letzten 20 Minuten. Das war der entscheidende Schachzug des Tabellenführers, dem nach gut 42 Minuten der 22:22-Ausgleich gelungen war. Zehn Minuten später – der eingewechselte Düwels-Schlussmann Sven Pieper hatte wegen Meckerns gerade eine der vielen Zeitstrafen gegen die Dithmarscher erhalten – führten die Flensburger mit 27:24.

 

“Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen”, sagte Düwels-Spielertrainer Steffen Kobs nach einer abwechslungsreichen Endphase, die er selbst mit den Treffern zum 26:27 und 27:27 sowie der anschließenden dritten Zeitstrafe mitbestimmt hatte. Der Ex-Büsumer Bierek ließ die Düwels in den letzten anderthalb Minuten beim 28:27 sogar noch auf einen Sieg hoffen. Doch Flensburg konterte, nutzte auch die Lücken, die der Gegner den DHK-Außen ließ. Dass drei Dithmarscher Angriffsversuche wegen Stürmerfouls oder Schrittfehlers abgepfiffen wurden, erhitzte die Atmosphäre weiter.

 

Spieler und Zuschauer konnten sich kaum beruhigen, denn überzeugend war die Vorstellung der Referees mit Sicherheit nicht gewesen. “Gefühlt waren das 15 bis 20 Fehlentscheidungen gegen uns”, schloss Steffen Kobs, womit er gewiss etwas übertrieb. Aber Einfluss genommen hatte das Gespann zweifellos.

 

Oder, um es noch einmal mit Matthias Hahn zu sagen: “Wir haben Fehler gemacht, Dithmarschen hat Fehler gemacht, die Schiedsrichter haben Fehler gemacht.” Verstehen mochte er die Unzufriedenheit des Gegners gleichwohl. Im umgekehrten Fall hätten Hahn und die Flensburger Anhänger nicht anders reagiert. Wie es so ist, wenn man mit einem Tor verliert und es Anhaltspunkte gibt, dass es ganz anders hätte kommen können.

 

Dithmarschen Leistungshandball: Tietjens, Sven Pieper – Bierek (1), Froese (2), Hantke (2), Malte Pieper (1), Reiner Kobs (4/2), Henrich (10), Hannemann, Carstens, Jahn, Fock (2), Steffen Kobs (5), Schröder (1).

 

DHK Flensburg: Schefer, Quednau – Johannsen (6/1), Bruhn (3), Kalbus (3), Zakrzewski (1), Cordes (2), Flatterich, Sievers (7/4), Eike Möller (2), Noack, Walluks (2), Best, Marcel Möller (3/1).

 

Schiedsrichter: Bruse/Engel (Suchsdorf/Bordesholm).

 

Zuschauer: 170.

 

Zeitstrafen: Dithmarschen Leistungshandball 8 – DHK Flensburg 3.