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17.01.14 23:29 Alter: 6 Jahre

Der Befreiungsschlag

 

Düwels punkten in Neumünster doppelt

 

Ein Ruck muss durch diese Mannschaft gegangen sein. Die Düwels waren in der Neumünsteraner KSV-Halle nicht wiederzuerkennen. Die Dithmarscher Mannschaft, die vier Punktspielniederlagen in Folge und ein peinliches Pokal-Aus zu konstatieren hatte, war an diesem Freitagabend hellwach. Auch der neue Mann am Rand spielte eine Rolle. Ex-Trainer Kai Nielsen hatte bereits auf das Abschlusstraining Einfluss genommen und sich anschließend bereit erklärt, Spielertrainer Steffen Kobs zu unterstützen. Dithmarschen Leistungshandball gewann das Oberliga-Spiel bei der SG Wittorf/Neumünster nach einer 17:11-Halbzeitführung mit 30:29.

 

Was in dieser ersten Hälfte abging, war die hohe Abwehrkunst der Gäste. Steffen Kobs, der im Angriff pausierte, bildete mit Reiner Kobs, Philipp Henrich und Andre Hennings einen kaum überwindbaren Wall im Zentrum. Die SG Wittorf/Neumünster kam in den ersten zehn Minuten über zwei Siebenmeter-Treffer nicht hinaus. Auf der anderen Seite war ein vergebener Strafwurf durch Reiner Kobs die einzige Niete. Die auch tempostarken Düwels erhöhten ihr 4:0 zum 8:2 bis zum 12:4.

 

Eine leichte Schwäche erlaubten sie sich nun, weil die Variante mit Henning Carstens als zusätzlichem Feldspieler für Torhüter Jan Carstens nicht funktionierte. Zum 7:12 vollendete der Neumünsteraner Rostock ins leere Düwels-Tor. Sogar auf 8:12 kam der Gastgeber heran. Doch wieder konterte das Dithmarscher Team, das sich auch in dieser kritischen Phase als Einheit präsentierte. Jede Rettungsaktion wurde gefeiert, jedes Tor als Etappensieg bejubelt. Als die Düwels “nur” noch 16:11 vorn lagen und befürchten mussten, dass Wittorf/Neumünster auf vier Tore herankam, packte Philipp Henrich nach einer gelungenen Abwehraktion drei Sekunden vor Schluss die Keule raus. Nun waren es wieder sechs Treffer vor – 17:11.

 

Sicher fühlte sich Dithmarschen Leistungshandball nicht. Eine Woche zuvor war gegen Alt Duvenstedt ein klarer Vorsprung hergeschenkt worden. Sollte sich diese Geschichte wiederholen? Nein! Auch wenn es knapp wurde. Im richtigen Moment packten die Düwels wieder alles aus – ob Carstens mit einer wichtigen Parade oder Fock mit listigen Hebern. Auch Bierek traf, der reaktivierte Sievers kam auf Rechtsaußen. Interimstrainer Nielsen lobte die große Ausgeglichenheit des Teams. Bis zum 30:25 war auch noch alles gut.

 

Indes, in den letzten zweieinhalb Minuten verloren die Düwels komplett ihre Linie. Zeitstrafen störten sie, Wittorf kam immer näher heran. Alles durcheinander. Alle Roten gelähmt. Jeder Ball drin. Nur noch 30:29 für die Düwels und Neumünster am Ball.

 

Dramatik pur. Sekunden vor Schluss kam Torwart Tietjens, sonst kaum eingesetzt, von der Düwels-Bank und parierte den Siebenmeter von Kretschmer. Das reichte. Der Befreiungsschlag war geglückt.

 

SG Wittorf/Neumünster – Dithmarschen Leistungshandball 29:30 (11:17)

 

SG Wittorf/Neumünster: Mittendorfer, Hoffmann – Kretschmer (6), Steffen, Schilling, Binnewies, Lehmann (1), Rahn, Petersen (1), Plöhn (2), Plähn (7), Rostock (3), Bente (9/3), Schmidtke. Dithmarschen Leistungshandball: Jan Carstens, Tietjens – Bierek (1), Froese (2), Pieper (7/4), Hennings (3), Reiner Kobs (2), Henrich (7), Sievers (1), Hannemann (1), Henning Carstens, Fock (4), Steffen Kobs (2), Schröder.

 

Schiedsrichter: Doden/Recktenwald (Hürup/Schleswig).

 

Zuschauer: 300.

 

Zeitstrafen: Wittorf/Neumünster 1 – Dithmarschen Leistungshandball 6.

 

www.sportplatz.sh von Wolfgang Ehlers am 17.01.2014